


Jeder Pfadfinder sollte mindestens zehn wichtige Knoten können!!! Dazu gehört aber nicht nur, den Knoten zu machen, sondern auch zu wissen, wozu man ihn benötigt, wo es Probleme gibt und worauf man unbedingt achten sollte. Es gibt natürlich noch viel mehr Knoten, die man auch schon mal braucht, aber man kann sie durch die wichtigsten Knoten, die hier auf den Seiten sind, ersetzen:
1. Malstek
Der Malstek ist der "ganz normale" Knoten, den schon Kindergartenkinder lernen, um ihre Schuhe zuzumachen. Man legt ein Auge, steckt das eine Seilende durch das Auge und zieht an beiden Enden. Der Malstek ist praktisch, wenn man etwas schnell befestigen will. Allerdings ist er auch nur geringen Belastungen standhaft. Auch mehrere Malsteks hintereinander bewirken wenig.
2. Weberknoten / Samariterknoten
Der Weberknoten ist ein einfacher Allzweckknoten und dient dazu, zwei gleich-dicke Seile zu verbinden. Er lässt sich daran leicht erkennen, dass er sich, wenn man die beiden Teile wieder zusammendrückt, nicht löst, sondern verschieben lässt. Halte ein Part der beiden Enden in je einer Hand, lege das linke Ende über das rechte und stecke es darunter. Dann lege dasselbe Ende, jetzt in der rechten Hand, über das linke Ende und wieder darunter.
3. Kreuzweberknoten / Schotstek
Der Kreuzweberknoten (gekreuzter Weberknoten) hat dieselben Funktionen und Eigenschaften, wie der Weberknoten, nur dass man mit ihm verschieden dicke Seile verbinden kann. Dabei wird das dünnere Seil gekreuzt. Er wird genauso gemacht, wie der Weberknoten, nur dass man die beiden linken Seilenden miteinander vertauscht.
4. Achterschlinge / Achterknoten
Die Achterschlinge verhindert das Durchrutschen eines Seiles durch eine Öse. Als erstes legt man ein Auge, so dass das Seil in der rechten Hand über dem anderen Teil liegt. Dann dreht man das Seil aus der rechten Hand einmal um das andere Ende, so dass es wieder in der rechten Hand liegt. Nun steckt man es in das Auge und zieht an beiden Enden. Wenn eine „Brezelform“ entstanden ist, ist er richtig.
5. Doppelte Achterschlinge / Doppelter Achterknoten
Der doppelte Achterknoten hat dieselben Funktionen und Eigenschaften, wie die Achterschlinge, nur dass er noch stabiler ist. Man macht die doppelte Achterschlinge genauso, wie den Achterknoten, nur dass man das Seil vorher doppelt nimmt.
6. Lerchenschlinge
Die Lerchenschlinge dient zum Heben schwerer Lasten und zum Befestigen an einem Gegenstand. Wichtig: Es muss die gleiche Kraft auf beide Seilenden einwirken, sonst verrutscht sie oder löst sich! Es gibt viele Wege, die Lerchenschlinge zu machen. Hier ist eine Möglichkeit: Man legt eine Bucht und hält sie in der linken Hand fest. Mit der anderen Hand nimmt man das obere runde Ende, führt es zur linken Hand und klemmt es zwischen Zeigefinger und Daumen mit dem Ende der Bucht ein, so dass eine Art Brille entsteht. Nun klappt man die beiden Teile nach innen zusammen und steckt einen Gegenstand in das entstandene Loch.
7. Schlaufe
Die Schlaufe bildet eine Art Öse, die sich nicht zuzieht. Man legt ein Seil doppelt und macht damit einen Malstek. Die Schlaufe benötigt man zum Beispiel zum Aufbauen einer Kothe.
8. Zimmermannsschlag / Maurerknoten
Gleiche Funktionen wie die der Lerchenschlinge. Hier wird aber nur das Seilende belastet, das durch die Schlaufe gesteckt wurde. Hier ist keine Beschreibung zur Herstellung des Knotens nötig.
9. Strickleiterknoten
Zum Befestigen einer Strickleiterstufe, … . Wichtig ist, dass er immer von oben belastet wird! Als erstes legt man ein Auge, sodass das Seil in der linken Hand unten liegt. Dann steckt man das Seil aus der linken Hand einmal von oben nach unten in das entstandene Auge. Jetzt kann man den gewünschten Gegenstand unter dem ersten linken, über dem mittlerem und unter dem rechten Seil hindurchstecken.

10. Einfache Rettungsschlinge / Palstek / Schertauknoten
Ein Erkennungsmerkmal der Rettungsschlinge ist, dass sie sich nicht zuzieht! Vor Gebrauch unbedingt ausprobieren!!! Sie kann auch als Sicherung auf einer Seilbrücke benutzt werden. Außerdem zählt sie zu den belastbarsten Knoten. Zur Herstellung des Knotens: Als erstes legt man auch wieder ein Auge, so dass das Seilende in der rechten Hand oben liegt. Dann lässt man genug Platz für den Gegenstand, der gesichert werden soll. Man nimmt also das Ende aus der rechten Hand, steckt es von unten rechts durch das Auge, über dem linken Teil des Auges, einmal um das ganz linke Seilende herum, über das linke Teil des Auges und unter dem rechten Teil des Auges hindurch. Festziehen. Fertig. Es gibt außerdem die Doppelte Rettungsschlinge. Dabei macht man das gleiche wie hier, nur dass man das Seil doppelt nimmt.
11. Doppelte Rettungsschlinge / Doppelter Palstek / Doppelter Schertauknoten
Es gelten gleiche Funktionen und Eigenschaften wie beim einfachen Palstek. Das Seil wird nur vorher doppelt genommen. Der weitere Aufbau ist gleich.
12. Mastwurf / Webeleinstek
(Die Abbildung ist so gezeichnet, dass ihr den Verlauf des Seiles gut erkennen könnt. Normalerweise wird der Mastwurf zusammengeschoben) Der Mastwurf ist ein Allzweckknoten und wird sehr oft eingesetzt. Er dient zum Beispiel zum Befestigen eines Seils am Baum oder Pflock oder als Anfang bei einem Bund. Die Machart des Mastwurfes ist mit der der Lerchenschlinge ähnlich: Als erstes legt man ein Auge, so dass ein Seilende auf einen selber zeigt. An dem anderen Seilende macht man direkt ein weiteres Auge, das aber umgedreht ist. So entsteht eine Acht. Jetzt klappt man beide Augen zusammen und steckt den Gegenstand durch das Loch.
13. Polizeischlinge
Die Polizeischlinge dient zum Fesseln zweier Hände oder zum Bilden eines Bundes (mehr Infos zu Bünden ist unten). Sie ähnelt einem Achterknoten. Zuerst legt man ein Auge, so dass das Seil, was auf einen selbst zeigt, oben liegt. Dann macht man daneben ein
zweites Auge, bei dem das zweite Seilende, was auf einen selbst zeigt, unten liegt (siehe obere Abbildung). Nun schiebt man die beiden Augen so übereinander, dass das untere Auge oben liegt und umgekehrt. Man zieht mit der linken Hand von unten am oberen und mit der rechten Hand von oben am unteren Seil. Man erhält nun eine Art Achterknoten mit zwei Schlaufen (siehe untere Abbildung). Wenn ihr die Polizeischlinge richtig gemacht habt, löst sie sich wie von alleine, wenn ihr an beiden
Seilenden zieht.
14. Zeltspanner / Fuhrmann
/ Seilspanner
Er ist nützlich zum Spannen von Abspannleinen (falls man nicht das gesamte Material mitgenommen hat) sowie zum Aufhängen von Kochtöpfen. Er ist aber auch weniger wichtig. Den Aufbau könnt ihr alle, wenn ihr den Maurerknoten und den Weberknoten könnt.
15. Seilverkürzung / Trompetenstich
Er dient dazu, ein Seil zu verkürzen. Allerdings hält er nur unter
Belastung an beiden Seiten. Zum Aufbau: Als erstes legt man mit dem Seil eine „S-Form“. Dann nimmt man das linke Seilende und dreht es einmal um die beiden anderen Seile und zieht es von rechts über links. Das gleiche macht man an der anderen Seite, nur andersherum. Wenn man vorsichtig an beiden Enden zieht, hält er.
16. Spierenstich / Mittelmann
Der Spierenstich ähnelt dem Trompetenstich ein wenig. Der Spierenstich ist dafür gut, eine Schlaufe zu bilden, ohne die Seilenden zu benutzen. Außerdem ist sie zum Anseilen geeignet.
17. Prusik / Doppelter Anker
Der Prusik lässt sich seitlich verschieben, solange er unbelastet ist. Er dient als Seilbefestigung beispielsweise an einem dicken Seil oder Blaken, … ! Der Aufbau ähnelt dem der Lerchenschlinge und ist so einfach, dass man ihn eigentlich sofort können müsste.